Wenn „keepleftis“ zu Verkehrsinseln werden!
Dieses Wochenende haben wir uns auf das Megaevent der Sportszene in Ostafrika gemacht. Tabellen Erster gegen Tabellen Zweiter der „Vodacom Premier League“.
Zusammen mit sechs anderen Freiwilligen und Michi haben wir uns in Dar mit nochmal dreizehn Anderen im „Benjamin Mkapa National Stadium“ getroffen. Wir waren natürlich nicht alleine auf unseren sonnigen Plätzen sondern freuten uns mit 60.000 weiteren Fans auf das Spiel.
Das Stadion teilte sich dabei nicht nur sichtbar sondern auch hörbar in zwei Fangruppen auf. Simba SC, aktueller Tabellenführer mit 27 Punkten, im traditionellen rot-weiß auf der einen, Young Africans (Yanga), mit 21 Punkten Tabellen Zweiter, im brasilianisch angehauchten grün-gelb. Bereits auf der Hinfahrt waren viele geschmückte Taxis, Dallas oder auch Badjajis mit Fahnen zu sehen. Wie zu erwarten war natürlich der Verkehr kurz vor Spielbeginn drastisch überfüllt und käme fast zum Erliegen. Die Polizei hat dafür allerdings einige interessante Maßnahmen zur Verkehrsbewältigung. Zur ohnehin schon oft praktizierten Blockabfertigung an Ampel mittels Verkehrspolizisten, werden ganze Straßenzüge zu Einbahnstraßen umfunktioniert und Kreisel wie eine einfache Verkehrsinsel gehandhabt. So schiebts sich gefühlt ganz Dar Es Salam in Richtung Stadion. An der letzten Kreuzung davor aber dann das Wunder, nur wir mit unserem Taxi biegen ab und werden direkt bis vor die Kartenkontrolle gefahren, fast wie VIPs!
Die Tickets werden einmal zu 6.000TSh (2,50€)und zu 5.000TSh (2,10€) verkauft. Der Unterschied liegt weder in der Nähe zum Spielfeld, in der Höhe oder dem Sitzplatz. Allein, Schattenplatz oder nicht ist ausschlaggeben! Für unsere Tickets haben wir uns dann schön in der Sonne braten können und das Spiel mitverfolgen.
Da ich weder Fußballexperte noch Alleswisser bin hier ein paar anonyme Meinungen:
- „Der Schiedsrichter ist der beste Mann auf dem Platzt, das gibt es selten!“
- „Da rennt Ailton!“
- „Da spielt unsere dritte Liga ja besser!"
Selbst für Laien war erkennbar, dass die Qualität des Spiels zu wünschen übrig lässt. Viele Fehlpässe, schwache Zweikämpfe, … und trotzdem waren die Fans mit Leib und Seele dabei. Mit krach und Getöse, mehrheitliche keine Vuvuzelas, unterstützten sie ihre Mannschaften. Von Choreographien wie in Europa und der Bundesliga muss man leider Abschiednehmen. „Si, Si, Simba“-Rufe und gemeinsame klatschversuche der Yanga-Anhänger währen da schon kleine Höhepunkte.
Nach vielen gefährlichen Chancen auf beiden Seiten ging es nach der Halbzeit leider erst mal noch ohne ein Tor weiter. Wir mussten bis kurz vor Ende warten um aus heiterem Himmel ein Tor der Yangas zu sehen. Simbas Abwehr war vollkommen eingeschlafen und konnte das Tor nichtmehr verhindern. In den darauffolgenden Schlussminuten ging es dann richtig heiß her. Das Mittelfeld wurde nahezu vom Spielbetrieb ausgeschlossen du nur noch vor den Toren direkt operiert wurde. Trotz aller vergeblichen Versuche seitens der Simbaspieler gewann Yanga mit einem Tor und Rückt nun wieder näher an Simba heran.
Nach Abpfiff des Spiels leerte sich das Stadion langsam, die Sonne ging unter und auch wir machten uns, zumindest wollten wir, auf den nachhause Weg. Beim Verlassen des Stadions allerdings entdeckten wir eine großes offenes Zugangstor zum Rasen und der Laufbahn. Wir also, erst mal unsicher ob die Tansanier auch bei diesem öffentlichen Gebäude, welches immerhin IOC und FIFA vorgaben entspricht, genauso herzlich Gäste empfangen. Tatsächlich konnten wir ungestört umhertigern und sämtliche Fotographischen Möglichkeiten ausschöpfen. Zum Glück hatte Sven an die obligatorische Deutschlandfahne gedacht!
geschrieben am Dienstag, den 01. November 2011 um 20:00 Uhr von Tobias Ruby