Offizielle Verabschiedung der Vorgänger
Gestern Abend war es für Tristan und Yannick genau ein Jahr her dass sie eingeführt wurden. Nun also ihre Verabschiedung und gleichzeitig unsere Einführung.
Die Schule, unter der Leitung von Brother James als Headmaster, hat dafür extra Räumlichkeiten bei einer der Kirchen in unserem Dorf angemietet. Offizieller Beginn, so wurde es uns jedenfalls gesagt, ist 18 Uhr. Aber nichts da! Bereits wir waren gut eine dreiviertel Stunde „zu spät“ und trotzdem noch unter den ersten. Richtig los ging es erst gegen 19:30 Uhr als dann der Second-Headmaster (2HM) erschien.
Bis dahin wurden allerdings schon kräftig die Bierkästen von den Lehrer (und uns) geöffnet! Man munkelt die Lehrer kommen zu solchen Anlässen immer nur, weil es Essen und Trinken umsonst gibt. Der örtliche DJ, welcher für sage und schreibe 150.000TSh (umgerechnet 65€) eingeladen wurde, legte schon gut Musik auf. Die Lehrer, besonders das Academic-Office, waren gut dabei.
Zu Beginn eröffnete der 2HM die Feier mit einigen Grüßen und viel Geplänkel. Da bis dahin die Bühne nur mit uns vier Wazungu (mehrere Weiße) und dem 2HM besetzt war wurden wahllos einige weitere Lehrer auf die Bühne gebeten bzw. teilweise unter johlenden Rufen nach vorne getrieben sodass sich nun die Bühne gefüllt hatte.
Unter den Lehrern auf der Bühne befand sich zu unserer Zufriedenheit auch Bosco. Bosco wohnt in unserer direkten Nachbarschaft und ist seit Generationen ein zuverlässiger Ansprechpartner und Freund aller Freiwilligen. Er hat uns schon zweimal Eingeladen und kommt immer wieder gerne auf einen Schwatzt zu uns. Nachdem unsere Vorgänger etwas über ihr Jahr und ihre Erfahrungen gesagt hatten, durfte jeder Lehrer selbst noch einige Danksagungen, Glückwünsche oder Sonstiges vorbringen. In der Zwischenzeit ist auch Brother James eingetroffen, der ganze 20 Minuten bis ins Detail über das vergangene Jahr und die Arbeit von Tristan und Yannick sprach. Der Großteil aller Reden war auf Kisuaheli, wodurch wir Neuen so gut wie nichts verstanden. Noch nicht!
Nach allen Reden durften wir uns am „Buffet“ bedienen: Songwe-Hühnchen (zeichnet sich durch äußerst zähes und sehnenhaltiges Fleisch aus) und Kartoffeln waren angesagt. Alles verdrückt und verspeist, das dritte Safari geleert, wurden wir zum Tanzen eingeladen. Bisher haben wir uns gut auf der kleinen Bühne „verschanzen“ können. Zu afrikanischer Musik (keine Ahnung welcher Musikrichtung man das zu ordnen soll) wurde ordentlich getanzt. Als ich dann noch meine Kamera rausholte gingen alle richtig ab und ließen sich sehr gerne ablichten. Es wurde einzeln, Partner oder in der Gruppe getanzt. Selbst Bosco, eigentlich sehr tanzscheu, konnten wir auf das „Parkett“ lotsen. Später ist dann, wie es kommen musste, der Strom ausgefallen. Obwohl wir auf der Stromsicheren Seite Songwe waren musste der Generator angeschmissen werden und es ging unterm Licht einer 40Watt Lampe weiter.